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Techniken

Einer der Grundlagentexte des Yoga ist das Yogasutra. Der Autor Patanjali geht im Yogasutra der Frage nach, wie die in uns verborgenen Fähigkeiten und Anlagen positiv genutzt werden können, und zeigt Wege auf, wie der Mensch schrittweise zu persönlicher Wandlung und Freiheit gelangen kann. Im Mittelpunkt dieser Lehrschrift steht daher die Betrachtung des Geistes. Wie funktioniert der Geist und welchen Einfluss nimmt er auf unseren Alltag? Welche Strukturen beeinflussen uns in unserem Leben und wie gelangen wir zu einer vertieften Wahrnehmung? Wie kann in unserem Leben mehr Klarheit entstehen?

Im zentralen Teil des Yogasutra erhalten wir Informationen, wie Körperübungen, Atemübungen und Meditation/stilles Reflektieren ausgeführt werden sollen und welche Ergebnisse sich bei richtiger Übung einstellen können. Überdies werden Vorschläge für ein ethisches Verhalten in der Welt, zu anderen Menschen und in der persönlichen Lebensführung gegeben. Patanjali zeigt Wege auf, wie wir Momente im Alltag erfahren können, in denen wir Unterscheidungsfähigkeit praktizieren - Viveka.

Yama Rücksichtnahme, aufrichtiges Verständigen und Handeln, Nichtbegehren von uns nicht gehörenden Dingen, Mäßigung in all unserem Tun.
Der Umgang mit anderen Menschen und unserer Umwelt – also unser Alltag –gibt uns immer wieder die Gelegenheit zur Reflexion und daraus kann Vertrauen und Bewusstheit erwachsen.
Niyama Bescheidenheit, Zufriedenheit, Disziplin, Selbststudium, Hingabe.
Doch auch der Umgang mit uns selbst ist wesentlich für unsere Lebensqualität.
Asana Körperübungen. Diese können dynamisch oder statisch ausgeführt werden und führen zu mehr Stabilität einerseits und Leichtigkeit andererseits. Durch Asana-Praxis können wir unseren Körper bewusst erfahren und ihm Gesundheit und Vitalität schenken. Jedes Asana hat eine bestimmte Wirkung.
Pranayama Atemübungen. Mit dem Üben von Pranayama können wir unbewusste Atemmuster durchbrechen, so dass unser Atem immer gleichmäßiger, länger und subtiler wird. Wird der Atem ruhig, wird auch der Geist ruhig. Pranayama ist eines der wirkungsvollsten Werkzeuge des Yoga, mit dem wir unsere inneren Heilkräfte aktivieren können.
Pratyahara Ausrichtung der Sinne. Diese Technik lehrt uns, die Sinne zu schärfen und zu verfeinern, so dass sie unseren Bedürfnissen entsprechen.
Dharana Anhaltende Ausrichtung. Hierbei richten wir unsere Aufmerksamkeit anhaltend in eine ganz bestimmte Richtung, auf eine ganz bestimmte Sache. Dharana ist ein Schritt hin zur Meditation.
Dhyana Stilles Reflektieren/Meditation. Die Sinne ruhen, der Geist wird still – aus einem unruhigen Alltagsbewusstsein können wir in einen Zustand gelangen, in dem Ruhe und Klarheit überwiegen.
Samadhi Vollkommene geistige Sammlung.

Der direkte Weg zur
Befreiung von Leiden ist
das Auseinanderhalten,
das differenzierte Erkennen
der Objekte
(im Gegensatz zu Verwechslung).


Yogasutra II.26